eXtra – Folge 1: Menschenleben abwägen oder absolut schützen?

(vom 15. April 2020)

Wir laden Sie ein, die Situation rund um Corona aus philosophischer Perspektive zu beleuchten!
Ein kurzes Video
bietet dazu den Einstieg in einen Aspekt der Thematik.
Welches Meinungsbild ergibt sich zu unserer pointierten Frage? Und welche Intuition haben Sie selbst? — Stimmen Sie ab!
Ihre eigenen Gedanken
zur Frage können Sie über die Kommentarspalte einbringen.
Zur Vertiefung finden Sie am Ende der Seite weiterführende Impulse von unseren Expert*innen.

Abstimmung

Sollte das Retten von Menschenleben absolut angestrebt werden oder sollte es in Extremfällen auch möglich sein, Abwägungen mit anderen Aspekten einer Situation vorzunehmen?*


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* Unsere Umfrage gibt nur ein Stimmungsbild wieder. Sie ist weder als tatsächliche Einwilligung/Widerspruch, noch als wissenschaftliche Studie zu verstehen.

Diskussion

2 Kommentare
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DN
2 Jahre zuvor

Der erste denXte-Kommentar 🙂
Jeder ist herzlich eingeladen, seine eigenen Intuitionen, Gedanken und Fragen zum jeweiligen Thema als Kommentar zu hinterlassen. Wir freuen uns auf rege Beteiligung!

Ursula
8 Monate zuvor

Solidarpflicht ohne Ende – diese Überschrift leitet meines Erachtens in die Irre.
Denn ja, (meiner Meinung) nach hat die Solidarpflicht kein Ende, allerdings sollten die Mittel, um die Solidarität zu erreichen, im Lauf der Zeit angepasst werden.
Z.B. dürften Schulen nur kurze Zeit in besonders angespannter Situation geschlossen sein. Diese Zeit sollte(!) genutzt werden, um Lösungen für einen neuen Regelschulbetrieb danach zu finden, der besonders gefährdeten Kindern sicheres Lernen ermöglicht.
Es müsste also für verschiedene Lebensbereiche ein neuer Zielzustand entwickelt werden, bei dem der Wunsch nach Festhalten an Gewohnheiten zwar verständlich, aber nicht als Gegenargument tauglich gewertet wird.

Expertenstimmen

Prof. Dr. Frank Dietrich, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Aus dem Beitrag „COVID 19 – Solidarpflichten ohne Ende?“ auf praefaktisch.de:

Die Strategie, die Ausbreitung von COVID 19 zu verlangsamen, wirft […] die Frage nach der Dauer der Schutzmaßnahmen auf. Die Freiheitsbeschränkungen sind umso belastender und die ökonomischen Folgen umso gravierender, je länger weitreichende Kontaktverbote aufrechterhalten bleiben. Der Schutz des Lebens vulnerabler Personen ist zweifellos ein sehr hohes Gut, das tiefgreifende Eingriffe in das öffentliche Leben rechtfertigt. Aber stellt er auch ein absolutes Gut dar, das jegliche Abwägung gegen unser Interesse an Freiheit oder Wohlstand verbietet? Ich denke nein.

Prof. Dr. Simone Dietz, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Aus dem Beitrag „Kommentar zu Frank Dietrichs “COVID 19 – Solidarpflicht ohne Ende?”“ auf praefakisch.de:

Gibt es COVID19-immune, kerngesunde Erwachsene, die keine ernsthafte emotionale Bindung zu vorerkrankten oder älteren Personen haben und auch in keiner ökonomischen oder anderen funktionalen Hinsicht auf vorerkrankte oder ältere Personen angewiesen sind? Deren Freiheiten eingeschränkt werden, um das Leben einiger anderer zu retten? Wer sich in dieser Weise selbst als nichtbetroffen einstuft, unterschätzt die vielfältigen Abhängigkeiten in unserer Gesellschaft. Das Ziel der Pandemiebekämpfung ist nicht der Schutz einer eher kleinen Gruppe von Menschen, die man klar ausmachen könnte.

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