Spannende Filme anschauen und anschließend im Kinosaal philosophieren? Im Rahmen der Reihe philfliX (vorher: Philosophie & Film) halten Philosoph:innen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf nach ausgewählten Filmvorführungen kurze Impulsvorträge, in denen sie interessante Bezüge zwischen dem gezeigten Film und philosophischen Themen herstellen. Im Anschluss ist das Publikum eingeladen, mit den Expert:innen im Kinosaal zu diskutieren. Das Projekt philfliX ist ein Angebot des interaktiven Public-Philosophy-Projekts denXte.
14.07.2026 – ab 18:30 Uhr
The Father (Regie: Florian Zeller, 2021)
Referentin: Laura Hartmann-Wackers M.A.
Thema: Autonomie & Demenz
Über den Film:
Anne ist ausgesprochen besorgt. Ihre Vater Anthony baut merklich ab. Er lebt in einer übergroßen Wohnung in London, leidet an Demenz und merkt nicht, dass er Hilfe braucht. So kann er auch mal ungehalten werden, wenn Anne ihn an dies oder das erinnert, schließlich sei er kein kleiner Schulbub, dem man alles sagen müsse. Doch Anthonys Ausfälle werden größer und Anne kann ihn nicht rund um die Uhr beaufsichtigen. Deshalb nimmt sie ihren Vater zu sich und läßt ihn tagsüber von einer Pflegerin betreuen. Doch auch der macht es Anthony nicht leicht, wird schnell ruppig und bezichtigt sie des Diebstahls. Dabei hat er die Dinge, die er vermisst, meist nur verlegt. Er kann aber auch sehr galant sein und ihr schöne Augen machen, wenn er sie gerade für seine verstorbene Ehefrau hält. So jedenfalls kann es nicht weitergehen, zumal Anne zu einem neuen Freund nach Paris ziehen will. Vorsichtig bereitet sie ihren Vater darauf vor, dass er eventuell in eine entsprechende Einrichtung umziehen muss. (Quelle: Düsseldorfer Filmkunstkinos)
Nach dem Film:
Im Anschluss an den Film diskutiert die Philosophin Laura Hartmann-Wackers (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) mit dem Publikum über das Verhältnis von Demenz und Autonomie: Wie selbstbestimmt sind demenzkranke Personen? Welche Konsequenzen hat dies für ihren Umgang und ihre Fürsorge? Welche Rolle spielt Identität bei Demenzerkrankungen? Und welche Perspektiven auf das Erleben von Demenz eröffnet der Film selbst, indem aus der Perspektive eines Demenzkranken erzählt wird?
📍 Ort: Bambi Filmstudio, Klosterstr. 78
🎟️ Tickets & Infos: t1p.de/filmphilo
03.06.2026 – ab 18:30 Uhr
Philadelphia (Regie: Jonathan Demme, 1993)
Referentin: Marion Seiche M.A.
Thema: Gerechtigkeit, moralische Kritik und Moralismus
Über den Film:
Andrew Beckett (Tom Hanks) hat gerade sein Jurastudium erfolgreich absolviert, da wird er auch sogleich von einer der besten Anwaltskanzleien in Philadelphia geangelt und darf fortan in distinguiertesten Kreisen verkehren. Bis dahin gelang es ihm, seine Homosexualität unter Verschluss zu halten. Als er jedoch wegen einer Lungenentzündung getestet wird, folgt eine verheerende Diagnose: er ist HIV-positiv. Bald schon werden erste Symptome körperlich sichtbar und als ob das nicht schon genug wäre, verschwindet plötzlich auch noch eine Prozessakte, für die Andrew die Verantwortung trägt. Zwar kann er das Schlimmste noch verhindern, doch die Kanzlei verabschiedet sich von ihm. Mit diesem schnellen Abstieg mag sich Andrew aber nicht abfinden, weswegen er den afroamerikanischen Anwalt Joe Miller (Denzel Washington) dafür engagiert, seinen Fall zu übernehmen. Jonathan Demme gelingt hiermit ein äußerst spannendes und berührendes Plädoyer für Menschlichkeit und Toleranz! (Quelle: Düsseldorfer Filmkunstkinos)
Nach dem Film:
Im Anschluss an den Film diskutiert die Philosophin Marion Seiche (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) mit dem Publikum über Gerechtigkeit, moralische Kritik und Moralismus: Wie hängen moralische Kritik, Gerechtigkeit und Diskriminierung zusammen? Wo verläuft die Grenze zwischen berechtigter moralischer Kritik und Moralismus als strenge Grundhaltung? Gibt es moralischen Fortschritt?
📍 Ort: Bambi Filmstudio, Klosterstr. 78
🎟️ Tickets & Infos: t1p.de/filmphilo
05.05.26 – ab 18:30 Uhr:
Der Fremde (Regie: François Ozon, 2025)
Referent: Dr. Oliver Victor
Thema: Albert Camus und die Absurdität des Lebens
Über den Film:
In grobkörnigem Schwarzweiß gedreht versucht François Ozon, dem unscheinbaren Angestellten Meursault näherzukommen. Der junge Mann zeigt keinerlei Emotionen, obwohl seine Mutter gerade gestorben ist, er sich frisch verliebt hat und nun wegen Mordes an einem Einheimischen vor Gericht steht. Das alles scheint ihn nicht zu bewegen, bei der Beerdigung kann er nicht trauern, seiner Freundin nicht seine Liebe gestehen und für den Mord gibt es nicht einmal ein Motiv. Diese Emotions- und Interesselosigkeit ist es am Ende, die ihm vor Gericht zum Verhängnis wird. (Quelle: Düsseldorfer Filmkunstkinos)
Nach dem Film:
Im Anschluss an den Film diskutiert der Philosoph Dr. Oliver Victor (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) mit dem Publikum über die Absurdität des Lebens, Albert Camus‘ Verständnis des Absurden (auf dessen Roman der Film basiert) und die Frage, ob und wie sich aus der Absurdität des Lebens überhaupt eine Haltung zur Welt entwickeln lässt.
📍 Ort: Bambi Filmstudio, Klosterstr. 78
🎟️ Tickets & Infos: t1p.de/filmphilo
10.12.25 – ab 18:30 Uhr:
Arrival (Regie: Denis Villeneuve, 2016)
Referent: Dr. Simon Wimmer
Thema: Sprache, Denken, Welt
Über den Film:
Zwölf mysteriöse Raumschiffe landen zeitgleich in unterschiedlichen Regionen der Welt. Ihre Besatzung und deren Intention — ein Rätsel. Um globale Paranoia und einen potentiellen Krieg zu verhindern, soll ein Elite-Team um die Linguistin Louise Banks (Amy Adams) und den Mathematiker Ian Donnelly (Jeremy Renner) im Auftrag des Militärs Kontakt herstellen. Doch das unermüdliche Streben nach Antworten gerät bald zum Rennen gegen die Zeit — die eigene und die der gesamten Menschheit. (Quelle: Düsseldorfer Filmkunstkinos)
Nach dem Film:
Im Anschluss an den Film diskutiert der Philosoph Dr. Simon Wimmer (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) mit dem Publikum über das Verhältnis von Sprache, Denken und Welt, das der Film Arrival immer wieder thematisiert: Wie formt Sprache unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit? Wie prägt sie unser Denken und Handeln?
📍 Ort: Bambi Filmstudio, Klosterstr. 78
🎟️ Tickets & Infos: t1p.de/filmphilo
19.11.25 – ab 18:30 Uhr:
Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes (Regie: Edgar Reitz & Anatol Schuster, 2025)
Referent: Prof. Dr. Christoph Kann
Thema: Leibniz‘ philosophisches Denken
Über den Film:
Die Königin wünscht sich das Porträt und die niederländische Malerin Aaltje van de Meer bekommt den Zuschlag. Sie malt auf schwarzem Grund – denn alles Licht entsteht aus dem Dunkel. Leibniz ist ziemlich angetan von Aaltjes Arbeitsweise, und von ihren Experimenten mit Beleuchtung, Licht und Schatten, und nicht nur das: Während Leibniz für das Porträt Modell sitzt, offenbaren sich in ihren Gesprächen immer stärker die Unterschiede und Gemeinsamkeiten ihres Denkens, und es entsteht ein echter Diskurs – eine Auseinandersetzung in Augenhöhe zwischen zwei gleichwertigen Beteiligten. (Quelle: Düsseldorfer Filmkunstkinos)
Nach dem Film:
Im Anschluss an den Film diskutiert der Philosoph Prof. Dr. Christoph Kann (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) mit dem Publikum über Leibniz‘ Philosophie, die im Film immer wieder in Dialogen thematisiert wird. Leibniz gilt als einer der letzten großen Universalgelehrten und hat mit seinem Denken die Wissenschafts- und Philosophiegeschichte geprägt,
📍 Ort: Bambi Filmstudio, Klosterstr. 78
🎟️ Tickets & Infos: t1p.de/filmphilo
04.11.25 – ab 18:30 Uhr
Wer die Nachtigall stört (Regie: Robert Mulligan, 1962)
Referent:innen: Tim Grasshöfer M.A. & Marion Seiche M.A.
Thema: Wissen und Diskriminierung: Epistemische Ungerechtigkeit
Über den Film:
Als Erwachsene erinnert sich die Tochter eines Rechtsanwalts, wie sie 1932 in Macomb County, Alabama, als Kind zum ersten Mal mit den Problemen und Konflikten ihrer Umwelt in Berührung kam, als beim Prozeß gegen einen Mandanten ihres Vaters, einen jungen Schwarzen, die Rassenvorurteile der Bevölkerung offen ausbrachen. Ungeachtet mancher formaler Schwächen und ihrer Nähe zu nostalgischen Klischees eine menschlich bewegende, gelungene Literaturverfilmung mit hoher ethischer Haltung, die überzeugend gegen Rassismus und für Toleranz eintritt. (Quelle: Düsseldorfer Filmkunstkinos)
Nach dem Film:
Im Anschluss an den Film diskutieren die Philosoph:innen Marion Seiche und Tim Grasshöfer (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) mit dem Publikum über Fragen der Gerechtigkeit in Bezug auf Wissen: Wer darf eigentlich wissen? Wem wird Glauben geschenkt, und wer wird per se als Quelle glaubwürdiger Urteile ausgeschlossen? Solche und ähnliche Fragen werden in der Philosophie unter dem Begriff der epistemischen Ungerechtigkeit behandelt und vom Film „Wer die Nachtigall stört“ am Beispiel rassistischer Vorurteile in einem Gerichtsprozess veranschaulicht.
📍 Ort: Bambi Filmstudio, Klosterstr. 78
🎟️ Tickets & Infos: t1p.de/filmphilo
Zum Projekt:
📽 philfliX – Philosophie & Film
Spannende Filme anschauen und anschließend im Kinosaal philosophieren? Im Rahmen der Reihe philfliX (vorher: Philosophie & Film) halten Philosoph:innen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf nach ausgewählten Filmvorführungen kurze Impulsvorträge, in denen sie interessante Bezüge zwischen dem gezeigten Film und philosophischen Themen herstellen. Im Anschluss ist das Publikum eingeladen, mit den Expert:innen im Kinosaal zu diskutieren. Das Projekt philfliX ist Teil des interaktiven Public-Philosophy-Projekts denXte.
Organisation:
Jonas Ouass, Prof. Dr. Markus Schrenk (Institut für Philosophie, HHU)
Das Projekt wird gefördert durch die Bürgeruniversität der HHU.